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Mittwoch, 14. April 2010

djedefre - abu roasch







Die Pyramide des Djedefre. Im Vordergrund: Die restaurierten Reste des Totentempels. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004) 
Djedefre, Sohn und Nachfolger Cheops regierte um 2581/2531-2572/2522 v.Chr (nach J. v. Beckerath, Chronologie des pharaonischen Ägypten), nachdem er wahrscheinlich seinen älteren Halbbruder Kauab ermordet hatte. Djedefre selbst ist möglicherweise etwa 8 Jahre später von seinem jüngeren Halbbruder Chephren ermordet worden.
Djedefre verließ die von seinem Vater begonnene Nekropole in Giza, und ließ seine Pyramide ca. 7-8km nördlich, bei dem heutigen Dorf Abu Roasch errichten.
Für seine Pyramide mit dem Namen „Sternenhimmel (?) des Djedefre“, wurde ein Felsmassiv ausgewählt, dass etwa 150m über dem Niltal liegt.
Die Pyramide, an der erst kürzlich neue Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten vollzogen worden sind, macht auf uns heute einen „unfertigen“ Eindruck. Dabei haben die neuesten Forschungen ergeben, dass die Pyramide wahrscheinlich weitestgehend fertig gestellt worden ist, und der „Rohbaucharakter“ vor allem durch Steinraub im großen Stil zu erklären ist, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch nachweisbar ist.
Die ursprünglichen Maße werden heute auf:
  • Seitenlänge: ca. 106,2m
  • Neigungswinkel: 48°-52°
  • Höhe: 57-67m
berechnet.
Von der einstigen Pyramide sind heute nur noch die untersten 15 Steinlagen aus Kalksteinblöcken in Ansätzen erhalten, die an einen Felskern angebaut sind, in den das eigentliche Schacht- und Kammersystem eingebaut wurde. Der heute vor Ort sichtbare Schacht besitzt eine Größe von 21 x 9m und ist ca. 20m tief. Er ist zu erreichen über eine Schräge Eingangspassage mit einer Länge von rund 49m.
In diese Eingangspassage mit einem Gefälle von 22° 35’ wurde der absteigende Gang zu den Kammern der Pyramide eingebaut. Heute sind noch an einigen Stellen Kalksteinblöcke zu sehen, die auf den schrägen Untergrund gesetzt wurden. Hieran ist die Bauweise der schrägen Gänge von ägyptischen Pyramiden gut nachvollziehbar.
Das Schacht- und Kammersystem der Pyramide des Djedefre, Blick von Norden aus dem absteigenden Korridor. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)  Das Schacht- und Kammersystem der Pyramide des Djedefre, Blick von Südwesten von obenr. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Der zentrale Schacht am Ende der Eingangspassage lässt darauf schließen, dass hier aufgrund des wenigen Platzes nur maximal eine Grabkammer mit einer Vorkammer eingebaut werden konnte.
Im Osten der Pyramide befindet sich eine Grube im Felsuntergrund, die an die Bootsgruben z.B. bei der Cheops Pyramide erinnert. Sie ist jedoch nur grob behauen. In ihr wurden keinerlei Bootsreste gefunden, sondern vielmehr Statuenfragmente, die von mindestens 21 Statuen stammen. Einer These von Chassinat zur Folge wurden diese Statuen absichtlich zerstört um das Andenken an Djedefre auszulöschen.
 Die Bootsgrube (?), in der die Statuenfragmente des Djedefre gefunden wurden. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Ebenfalls im Osten der Pyramide sind Reste des Totentempels zu finden, die kürzlich restauriert wurden.

Literatur:
  • Jürgen von Beckerath, Chronologie des pharaonischen Ägypten 
  • Mark Lehner, Geheimnis der Pyramiden 
  • Miroslav Verner, Die Pyramiden 

cheops pyramide



Die Cheops Pyramide. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004) 
Etwa 80 Jahre nach Baubeginn an der ersten Pyramide Ägyptens, der Stufenpyramide des Djoser in Sakkara, verstarb Snofru. Sein Sohn Chnum-chuf (Chnum [der Gott] ist sein Schutz), den wir heute besser in der Kurzform seines Namens, Chufu, oder griechisch Cheops kennen, verlegte die königliche Nekropole von Dahschur etwa 40km nördlich nach Giza. Dort sollten seine Architekten und Baumeister nicht nur die größte Pyramide Ägyptens bauen, sondern auch die höchste Präzision und beste Bautechnik der ägyptischen Pyramiden erreichen. Die große Pyramide von Giza stellt somit nicht nur die größte und bautechnisch perfekteste und eindruckvollste Pyramide dar, sondern ist eines der letzten erhaltenen Weltwunder der Antike. Für fast 4.500 Jahre, bis zur Errichtung des Eifelturms, sollte sie das höchste Gebäude der Welt bleiben.
Über Cheops selbst wissen wir nur sehr wenig, die einzige erhaltene Statue wurde von Sir Flinders Petrie in Abydos gefunden und ist gerade einmal ca. 7,6cm groß bzw. klein. Als Regierungsdauer wird heute eine Zeit von etwa 23 Jahren angenommen.
Verlegung der Nekropole, Planung und Design der Pyramide, Vorbereitung der Logistik und Infrastruktur wie Arbeitersiedlung und Baustelle, sowie der Bau der Pyramide selbst mussten innerhalb dieser Zeit geschafft werden, weshalb wir heute mit einer Bauzeit von etwa 20 Jahren rechnen (mehr hierzu im Bereich Pyramidenbau).
Querschnitt der Cheops Pyramide. Grafik: Stefan Eggers (2004) 
2,3 bis 2,5 Mio. Steinblöcke mit einem Durchschnittsgewicht von ca. 2,5t ergeben, zusammen mit dem Felskern, eine Pyramide mit einer Basislänge von durchschnittlich 230,37m (die Abweichung der 4 Basislängen beträgt gerade einmal 8,7 ‰!) und einer Höhe von 146,59m. Die Ausrichtung der Pyramide nach Norden ist so exakt, dass Sie nur um maximal 0°3’6’’ abweicht. Der Steigungswinkel wird heute auf 51°50’40’’ berechnet.
Wie die Alten Ägypter diese unglaubliche Präzision erreicht haben, ist genau wie der Pyramidenbau selbst, heute immer noch ein Rätsel.
Die Cheops Pyramide war ursprünglich von hellen, weißen Tura Kalksteinblöcken verkleidet gewesen. Diese Steinblöcke wurden in der Antike geklaut und sind heute bis auf wenige Exemplare nicht mehr vorhanden.
Wegen der glatten Fassade der Verkleidungssteine war der Eingang ins Innere der Pyramide nicht zu sehen. Wann das erste Mal Grabräuber in die Pyramide vordrangen und mögliche Grabbeigaben plünderten, ist heute schwer zu sagen. So schreibt der Geschichtsschreiber Strabo schon davon, dass die Pyramide begehbar war. Ob sie zu Strabos Zeit wirklich offen war können wir heute nicht sagen.
Allgemein angenommen wird, nach einem arabischen Geschichtsschreiber, dass es die Männer des Kalifen El-Mamun um 820 n. Chr. waren, die den heutigen sog. Grabräubereingang in die Pyramide trieben und das erste Mal in die Pyramide einbrachen. Doch auch dies ist nicht wirklich sicher, da besonders bei den arabischen Geschichtsschreibern Fantasie und Realität sehr oft nahe beieinander liegen.
Ursprünglicher- und
Fakt ist, dass die Grabräuber, die das erste Mal in die Pyramide eindrangen, einen Stollen in die Pyramide trieben. Dieser „Grabräubereingang“, der einige Meter schräg unterhalb des ursprünglichen Eingangs liegt, führt erst geradeaus und dann in einem leichten Bogen zu genau der Wegegabelung, wo der Absteigende Gang, der vom regulären Eingang zur Felsenkammer (auch „unvollendete Grabkammer“ genannt) runter führt, sich mit dem Aufsteigenden Gang, der ins oberirdische Kammersystem führt, kreuzt. Diese Tatsache muss für die Grabräuber ein riesiger Glücksfall gewesen sein, oder sie zeugt von dem großen Know-how der Grabräuber, denn so konnte man sich durch den relativ weichen Kalkstein arbeiten und musste nicht durch die harten Granitblockiersteine, die den unteren Teil des Aufsteigenden Ganges auch heute noch füllen.
Noch vorhandene Granitblockiersteine im Aufsteigenden Gang, Foto: Stefan Eggers, März 2001
! Dieser Artikel ist noch nicht fertig und wird noch erweitert !


Literatur:
  • Arnold, D., Lexikon der ägyptischen Baukunst, Albatros Verlag Düsseldorf (2000) 
  • Arnold, D., Building in Egypt – Pharaonic Stone Masonry, Oxford (1991) 
  • Arnold, D., Zur Zerstörungsgeschichte der Pyramiden, in: MDAIK 47 (1991) 
  • Arnold, D., Überlegungen zum Problem des Pyramidenbaues, in: MDAIK 37 (1981) 
  • Beckerath, Jürgen von, Chronologie des pharaonischen Ägypten, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1997) 
  • Borchard, L., Längen und Richtungen der vier Grundkanten der Grossen Pyramide bei Gize, Verlag Julius von Springer, Berlin (1926) 
  • Edwards, I. E. S., The Pyramids of Egypt, London (1972) 
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003) 
  • Hawass, Z., Pyramid Construcion, New Evidence Discovered at Giza, in: Stationen: Beiträge zur Kulturgeschichte Ägyptens, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1999) 
  • Klemm, R. und Klemm D., Die Integralrampe als Konstruktionselement großer Pyramiden, in: Stationen: Beiträge zur Kulturgeschichte Ägyptens, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1999)  
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002) 
  • Lehner, M., Niches, Slots, Grooves and Stains: Internal Frameworks in the Khufu Pyramid?, in: Stationen: Beiträge zur Kulturgeschichte Ägyptens, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1999) 
  • Lehner, M., The Development of the Giza Necropolis: The Khufu Project, in: MDAIK 41 (1985) 
  • Lehner, M., The Pyramid Age Settlement of the Southern Mount at Giza, in: JARCE 39 (2002)  
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997)  
  • The Metropolitan Museum of Art, Egyptian Art in the age of the Pyramids, New York (1999)  
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999) 
Aktualisiert ( Freitag, 28. Dezember 2007 13:23 )

rote pyramide



Die Rote Pyramide in Dahschur. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004) 
Im Gegensatz zur Pyramide von Meidum und der Knickpyramide, konnte hier gleich von vornherein sauber gearbeitet werden. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den Konstruktionsfehlern der Vorgängerpyramiden, wurde von Anfang an mit einem geringen Neigungswinkel von 43°22’ gebaut. Verbessert wurde auch die Verwendung und Bautechnik des Steinmaterials, welches besser behauen und sauberer versetzt wurde.
Aus hieratischen Inschriften der Arbeiterkolonnen an den verbauten Steinblöcken wissen wir, dass zwischen 30 Steinlagen eine Bauzeit von etwa 4 Jahren lag, was ein interessanter Hinweis auf die Bauzeit einer Pyramide darstellt.
Die Pyramide hatte nach Vollendung eine Basislänge von ca. 220m und erreichte bei der Steigung von 43°22’ eine Höhe von ca. 105m.
Genau wie die bisherigen Pyramiden, ist auch die Rote Pyramide innen nicht dekoriert bzw. beschriftet.
Im Norden der Pyramide befindet sich der Eingang. Durch einen 62,63m langen, absteigenden Gang gelangt man in eine erste Vorkammer. Durch eine zweite Vorkammer kommt man in die eigentliche Grabkammer. Alle Kammern in der Roten Pyramide weißen eine Kraggewölbekonstruktion auf. Bemerkenswert ist, dass Snofru mit seinen drei Pyramiden, der Pyramide von Meidum, der Knickpyramide und der Roten Pyramide, mehr Steine verbauen ließ als sein Sohn Cheops, wobei letzterer auch nicht so lange regierte wie sein Vater.
Absteigender Gang in der Roten Pyramide. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Kraggewölbe in der 1. Vorkammer der Roten Pyramide. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Durchgang von Grabkammer zu 2. Vorkammer. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Die Nordseite der Roten Pyramide mit Eingang. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)

Literatur: 
  • Arnold, D., Lexikon der ägyptischen Baukunst, Albatros Verlag Düsseldorf (2000) 
  • Arnold, D., Building in Egypt – Pharaonic Stone Masonry, Oxford (1991) 
  • Beckerath, Jürgen von, Chronologie des pharaonischen Ägypten, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1997) 
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003) 
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002) 
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997) 
  • Stadelmann, R., Snofru und die Pyramiden von Meidum und Dahschur, in: MDAIK 36 (1980) 
  • The Metropolitan Museum of Art, Egyptian Art in the age of the Pyramids, New York (1999) 
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999) 
Aktualisiert ( Donnerstag, 27. Dezember 2007 19:11 )

knickpyramide



Um das 15. Regierungsjahr ließ Snofru (ca. 2639/2589-2604/2554 v.Chr.), die königliche Nekropole von Meidum nach Dahschur verlegen. Hier sollte er seine 2., die sog. Knickpyramide und seine 3. Pyramide, die aufgrund der roten Gesteins heute die Rote Pyramide genannt wird, errichten.
Die Knickpyramide ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung von der Stufenpyramide hin zur perfekten Cheops Pyramide.
Bei Baubeginn war den Ägyptern noch nicht klar, wie sie eine Pyramide am besten bauen sollten. Die Stufenpyramide von Meidum, deren Stufen später ausgefüllt wurden, ließ erkennen, dass Neigungswinkel von über 70° zu steil waren.
Die Knickpyramide in Dahschur. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
 
In der Knickpyramide gibt es Anzeichen dafür, dass sie ursprünglich kleiner geplant war, als sie heute ist. Es wird heute davon ausgegangen, dass die Pyramide ursprünglich mit einem Neigungswinkel von ca. 60° begonnen wurde. Aufgrund eines nicht sehr stabilen Baugrundes für das massive Bauwerk kam es während der Arbeiten zu Rissen und Absenkungen. Um den Bau zu stürzen wurde ein Mantel mit einem Neigungswinkel von ca. 54°30’ um den Kern gezogen.
Mauerwerk / Verkleidungssteine der Knickpyramide. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Etwa auf halber Höhe traten erneut statische Probleme auf, weshalb der Neigungswinkel abermals reduziert wurde, jetzt auf 43°22’. Ursache für diese erneuten Probleme ist möglicherweise die Art, wie die Steinblöcke bisher gesetzt wurden. Bisher wurden die die Steinblöcke nach innen geneigt verlegt. Dies hat jedoch zur Folge dass der Druck der Steinmassen auf das Innere zunimmt. Nach erkennen dieses Problems wurden mit die Steinblöcke, mit Reduzierung des Neigungswinkels der Pyramide, fortan waagerecht verlegt.
Blick entlang der noch vorhandenen Verkleidungssteine nach oben. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Möglicherweise stand der erfolgreiche Bauabschluss, aufgrund der auftretenden Problematiken an der Knickpyramide, auf der Kippe, weshalb etwa 1km nördlich von der Knickpyramide ab dem 30. Regierungsjahr des Snofru seine 3., die sog. Rote Pyramide errichtet wurde.
Kapelle mit Stelen auf der Ostseite der Knickpyramide. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)

Literatur: 
  • Arnold, D., Lexikon der ägyptischen Baukunst, Albatros Verlag Düsseldorf (2000) 
  • Arnold, D., Building in Egypt – Pharaonic Stone Masonry, Oxford (1991) 
  • Beckerath, Jürgen von, Chronologie des pharaonischen Ägypten, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1997) 
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003) 
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002) 
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997) 
  • Stadelmann, R., Snofru und die Pyramiden von Meidum und Dahschur, in: MDAIK 36 (1980) 
  • The Metropolitan Museum of Art, Egyptian Art in the age of the Pyramids, New York (1999) 
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999) 

meidum



Die Pyramide in Meidum wurde in mehreren Bauphasen, erst als Stufenpyramide errichtet. Lange Zeit schrieb man die Pyramide Huni, dem letzten Pharao der 3. Dynastie zu, doch lassen sich hierfür bisher keine Anzeichen finden. Eher im Gegenteil, so wird in der umgebenden Nekropole nur Snofru namentlich erwähnt. Ferner lässt auch der alte Name von Meidum "Djed Snofru" auf Snofru (ca. 2639/2589-2604/2554 v.Chr.) als Begründer der Nekropole von Meidum und somit auch als einzigen Bauherrn der Pyramide von Meidum schließen.
Die Pyramide von Meidum

Die Pyramide wurde anfangs als 7-stufige geplant, doch schon bald zu einer 8-stufigen umgebaut, welche bis zum 14. Regierungsjahr des Snofru vollendet wurde. Es folgte der Umzug der Nekropole nach Dahschur, wo Snofru erst die Knickpyramide und schließlich die Rote Pyramide errichten ließ. Gegen Ende seiner Regierungszeit ließ Snofru wahrscheinlich die Stufenpyramide von Meidum noch zu einer richtigen Pyramide umbauen, indem die Zwischenräume zwischen den Stufen aufgefüllt wurden.
Vor Ort ist heute von der Pyramide nur noch ein Stumpf mit drei Stufen zu sehen, der aus einem großen Schutthaufen ragt (die Pyramide ist jedoch von innen zu besichtigen).
Die Pyramide von Meidum
Aufgrund des heutigen Aussehens der Pyramide gibt es einige Theorien, die von einer Baukatastrophe ausgehen. Diese besagen, dass möglicherweise während des Baues Teile des Mantels abrutschten, was der Pyramide das heutige Aussehen verlieh. In dem Schuttberg rings um die Pyramide wurden jedoch bei Ausgrabungen von Rainer Stadelmann keinerlei Reste von Baustellenmaterial, wie z.B. Seilen, Hölzern oder gar Arbeiterleichen gefunden. Es ist daher eher davon auszugehen, dass die Pyramide ihr heutiges Aussehen in Folge von antikem Steinraub erhielt.

Daten der Meidum Pyramide:
  • Basislänge: ca. 144m
  • Neigungswinkel (echte Pyramide): 51°50'
  • Höhe: 92m

Literatur: 
  • Beckerath, Jürgen von, Chronologie des pharaonischen Ägypten, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1997) 
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003) 
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002) 
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997) 
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999)
Aktualisiert ( Mittwoch, 25. November 2009 04:07 )

sechemchet



Mohammed Z. Goneim
Die Pyramide des Sechemchet wurde 1952 von dem jungen ägyptischen Ägyptologen Mohammed Zakaria Goneim entdeckt. Sie liegt einige hundert Meter südwestlich der Pyramiden des Unas und des Djoser und wurde nie fertig gestellt. Diesem Umstand, dass die Pyramide gerade einmal eine Höhe von ca. 8m erreichte, verdankte es Goneim, Entdecker der ersten Pyramide zu werden, die bei der Entdeckung noch original verschlossen und versiegelt war, und nicht schon bereits in antiker Zeit geplündert wurde.
Aufmerksam auf die Pyramide wurde er durch einen großen, rechteckigen Grundriss, der sich durch den Wüstenboden abzeichnete. Die Grabungen begannen daher an den Ecken dieses Grundrisses und brachten eine riesige Umfassungsmauer aus Kalkstein von etwa 500 x 180m Länge zu Tage, die der des Djoser ähnelte.
Ein Baugraffiti mit Imhoteps Namen, ließ darauf schließen, dass Imhotep nicht nur Baumeister der Stufenpyramide des Djoser, sondern auch der neu entdeckten Pyramide war. Obwohl Goneim den Bauherren der neu entdeckten Pyramide noch nicht kannte, war somit klar, dass diese Pyramide zeitlich direkt hinter der Stufenpyramide des Djoser einzuordnen war.
Im Verlauf der Ausgrabungen konnte noch eine weitere, sehr interessante Entdeckung gemacht werden: Wurden die Steine der Stufenpyramide des Djoser, welche im übrigen das erste große Steinbauwerk Ägyptens war, noch mit Feuersteinwerkzeugen bearbeitet, so wurden nun bei der Pyramide des Nachfolgers erstmals Kupfermeißel eingesetzt.
Die Pyramide des Sechemchet selbst, die sich im Inneren der Umfassungsmauer befindet, besitzt einen quadratischen Grundriss von ca. 115 x 115m (230 ägyptische Ellen) und war als Stufenpyramide mit sechs oder sieben Stufen konzipiert, die eine ca. 70m hohe Stufenpyramide ergeben hätten.
Vorläufige Rekonstruktion der Pyramide (nach Goneim)
30 Jahre nach der Entdeckung des Grabes und des Grabschatzes von Tutanchamun durch Howard Carter war der Medien Rummel, der die Grabungsarbeiten ab 1952 begleitete, riesengroß.
Was mochte in der original verschlossenen und versiegelten Pyramide für Schätze warten?
Bereits im Eingangsbereich fanden sich wertvolle Steingefäße und sogar erste Stücke an Goldschmuck. 31m vom Eingang zum Unterbau entfernt, fand sich 1m über dem Boden eine kleine 1,42m breite Tür, die zu einem niedrigen, 5,30m langen Seitenstollen führt. Dieser Seitenstollen mündet in einen T-förmigen Gang mit 120 Magazinkammern (Lauer, der die Grabungen nach Goneim fortsetzte legte weitere Magazinkammern frei, so dass die Gesamtzahl heute mit 136 angegeben wird).
Grabbeigaben aus der Pyramide des Sechemchet
Am 31. Mai 1954 wurde schließlich die 3m dicke Verschlusswand durchbrochen, die die Sargkammer versperrte. Die Sargkammer selbst beinhaltete keine Grabbeigaben und ist nur roh behauen. In ihr fand sich ein Alabaster Sarkophag, der noch original verschlossen und versiegelt war, und auf dem noch heute die Reste eines Blumengebindes liegen. Alles deutete demnach auf eine Bestattung des Sechemchet in dem Sarkophag hin – doch der Sarkophag war leer!
Sarkopag des Sechemchet
Die Medien gingen in Folge des leeren Sarkophages sehr kritisch mit Goneim um. Plötzlich war er nicht mehr der große Entdecker und man versuchte ihm sogar den Handel mit Antiquitäten in die Schuhe zu schieben, als ein antikes Gefäß verschwand. Der französische Ägyptologe Lauer war jedoch von seiner Unschuld überzeugt und stellte eigene Ermittlungen an um diese zu beweisen. Er fand das Gefäß schließlich ganz ordnungsgemäß im ägyptischen Museum in Kairo. Die Unschuld Goneims war bewiesen, doch leider einen Tag zu spät! – Goneim hatte dem Druck der Medien und der Anschuldigungen nicht mehr stand gehalten und war eine Nilbrücke hinunter gestürzt.

Die Verschollene Pyramide
Literatur: 
  • Goneim, M. Z., Die Verschollene Pyramide (1955, Reprint 2006)
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003) 
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002) 
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997) 
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999) 
Aktualisiert ( Mittwoch, 25. November 2009 04:06 )

djoser - stufenpyramide



Die Stufenpyramide des Djoser (ca. 2690/2640-2670/2620 v.Chr.) in Sakkara gilt als das älteste, monumentale Steinbauwerk Ägyptens. Sie ist der vorläufige Höhepunkt in der Entwicklung der Grabanlagen der Könige der 1. und 2. Dynastie aus Abydos. Die Stufenpyramide mit ihren umgebenden Anlagen stellen eine Vereinigung aus den beiden Komponenten Grabbau und Talbezirk dar.
Die Stufenpyramide des Djoser in Sakkara. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004) 
Djoser, der zu seiner Zeit unter seinem Horus Namen „Hor Netri-chet“ bekannt war, ließ seine Grabanlage von dem berühmten Architekten Imhotep planen und errichten. Der Grabbezirk ist von einer 1645m langen und ca. 10,5m hohen Kalksteinmauer in Palastfassadenarchitektur umgeben. Wie bei den Talbezirken in Abydos liegt der Eingang zum Grabbezirk in der Südostecke der Umfassungsmauer.
Eingang zum Grabbezirk des Djoser in der Südostecke der Umfassungsmauer. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Schon beim Betreten der Anlage fällt auf, dass bestimmte Elemente der ägyptischen Architektur, die früher aus vergänglichem Material wie Holz und Schilfmatten, hier nicht fehlen, sondern ohne Funktion in Stein nachgebildet worden sind.
Steintür (ohne Funktion) im Eingang des Djoser Grabbezirkes. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)
Im Zentrum des Grabbezirkes befindet sich heute die Stufenpyramide. Sie wurde jedoch von Imhotep nicht gleich als Pyramide geplant, sondern anfangs als quadratische Mastaba. Nach dem Ausgräber der Anlage, Jean-Philippe Lauer, wurde die Mastaba in fünf weiteren Bauphasen (also insgesamt sechs) zur Stufenpyramide erweitert. Auf der Ostseite der Pyramide kann man heute noch sehr deutlich die einzelnen Phasen der Erweiterungen erkennen. Mit Vollendung der sechs Bauphasen erhielt die Stufenpyramide sechs Stufen, und erreichte eine Höhe von etwa 60m, bei einer rechteckigen Grundfläche von ca. 121 x 109m.
Südseite der Stufenpyramide: Erkennbar sind die verschiedenen Bauphasen. Foto: Stefan Eggers (Okt. 2004)

Literatur:
  • Beckerath, Jürgen von, Chronologie des pharaonischen Ägypten, Philipp von Zabern Verlag Mainz (1997)
  • Hawass, Z., The Treasures of the Pyramids, The American University in Cairo Press (2003)
  • Lauer, J.-P., Die Königsgräber von Memphis – Grabungen in Saqqara, Gustav Lübber Verlag, Bergisch Gladbach (1988)
  • Lehner, M., Geheimnis der Pyramiden, Orbis Verlag (2002)
  • Stadelmann, R., Die ägyptischen Pyramiden, Philipp von Zabern Verlag (1997)
  • Verner, M., Die Pyramiden, Rowohlt Verlag Hamburg (1999)
Aktualisiert ( Mittwoch, 25. November 2009 04:05 )